Nu10J.de_Micros unter dem Richtertisch: Abhoer -Protokolle der VT 1- 4 Stand 25.06.2004

Odysseus nimmt die Zyklopen ins Visier Odysseus
in der
Hoehle
der Zyklopen

Carlos - Prozess Tage 1 bis 4 im Maerz 2003

Reportagen zur Berliner Gerichtsverhandlung 

gegen  Johannes  Weinrich

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Die Anklage griff etwas kurz: Sie umfasst nur 5 Ereignis.reiche Tage mit 6 Explosionen ...

Sozialnetz entschleiert auf eigenen Ermittlungs -Seiten 12 Tatorte !!!  Von 210. 

Amtsname_Ost: "Gruppe Separat" ~ ! : * : ! ~Innerer Koordinierungs: Kreis zepta

der "Carlos-Organisation" OIR <Organisation Internationaler Revolutionaerinnen>

bzw. IRO <Internationale revolutionaere Organisation> oder <Obarak> ... <...> ....

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Tag 1: Opening nach Plan 05.03.2003

Am 5. Maerz 2003 trafen im Saal 500 des Landgerichts Berlin eine Reihe alter Bekannter erstmals seit dem Jahre 2000 wieder aufeinander. Anlass war der erste Verhandlungstag gegen Johannes Weinrich vor der 35. Kammer am Schwurgericht. Die Verhandlung findet im Hochsicherheitsbereich statt, Weinrich 
sitzt dort hinter dickem Panzerglas in einem Kasten, liest gewoehnlich in allerlei Papieren, Akten zur laufenden Gerichtsverhandlung und schreibt ohne sich aktiv am Prozess zu beteiligen.

Angeklagt ist er dort in einem Grossverfahren des gemeinschaftlichen 6_fachen Mordes, 153_fachen Mordversuches und der "Herbeifuehrung von Explosionen mittels Sprengstoff".
Staatsanwalt Detlev Mehlis wirft ihm vor, als Mitglied der "Organisation Internationaler Revolutionaere", besser bekannt unter der Bezeichnung "Carlos _Gruppe" oder "Gruppe Separat" seit Mitte der 70er Jahre an mindestens sechs Attentaten massgeblich beteiligt gewesen zu sein :

1975 : Raketenwerfer -Anschlag auf ein El-Al- Flugzeug auf dem Flughafen Orly bei Paris,     

1981: Bombendetonation beim Sender 
"Radio Free Europe"
_RFE in Muenchen,
1982 : Autobomben - Anschlag 
auf die arabische Zeitung "Al Watan al Arabi" 
in Paris, 33 Rue Marbeuf 33 am 22. April [44].

31.12.1983 : Gare Centrale "Saint Charles"
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Im Schliessfach auf dem Hauptbahnhof von Marseille explodierte ein Koffer voll
TNT. 

Tags darauf passiert dasselbe mit dem Inhalt eines weissen Plastikbeutels der in einem Hochge- schwindigkeitszug [TGV] bei Tain l'Hermitage zwischen Valence und Lyon durch die Abteile fegt.
Im gleichen Jahr Teilnahme am Attentat auf den Botschafter Saudi Arabiens zu Athen.
Das Medieninteresse ist gross, die die fuer Journalisten reservierte Sitzbank komplett besetzt.
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Zugleich nahmen zahlreiche Angehoerige von Opfern, die bei einem der Ereignisse Schaden davon trugen nach den Bestimmungen zur Nebenklage bei ihren Prozessagenten, den sogenannten Opferanwaelten bzw. Nebenklage - Vertretern in der Manege Platz. 
Darunter auch Maria Pulda. Eine CIA-Agentin die 1981 in der Oettingenstrasse 67 am Englischen Garten zu Muenchen beim Radiosender RFE eingesetzt war. Infolge einer Detonation vor der "Redaktion Prag" mit Sendungen in tschechischer Sprache musste das Gesicht von Frau Pulda mit technischen Mitteln wieder her gestellt werden.
Es besteht aus einer Vielzahl kleinster Metallstangen und Plasten.
Aus prozess ~ technischen Gruenden stellte Verteidiger Rainer Elfferding zu Beginn einen Befangenheitsantrag gegen einen der Ergaenzungs- schoeffen. Dieser sei bei der Polizei angestellt, ohne dass in den Prozessunterlagen seine genaue Dienststelle verzeichnet ist.

Weinrich will in diesem Verfahren zur Sache nicht das Wort ergreifen, lediglich auf die richterliche Frage nach seinem Beruf antwortete er mit einem knappen:   "Gefangener!"    

Zuvor hatte er selbst bei dem Ersuchen seinen Namen zu nennen auf stur geschaltet &  Erst auf ihm direkt gestellte Fragen ob er Johannes Weinrich sei, ein wenig in die Trickkiste der Kommune-1 gegriffen indem er behauptete,
Nein, er sei lediglich Weinrich's Doppelgaenger. 

Der am 21. Juli 1947 in Brakel bei Hoexter an der Weser geborene wurde 1994 im Jemen verhaftet und befindet sich seit 1995 in der Berliner JVA &  Untersuchungshaftanstalt Alt ~ Moabit 12a.    

Im Jahre 2000 befand ihn die 28. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Boss der Teilnahme am Bombenanschlag auf das Berliner "Maison de France" am 25. August 1983 fuer schuldig.
Obwohl er sich unstrittig den ganzen Tag der Tat im Ostteil Berlins, also der DDR aufhielt, verurteilte ihn das Schwurgericht unter Boss aufgrund damaliger  Eintragungen von Geheim- polizisten in Akten des dortigen Staatssicher- heitsdienstes [MfS] wegen einer angeblichen "Gesamtverantwortung" fuer den um 11 Uhr 22 explodierten Sprengsatz zu lebenslanger Haft.
Nach der Verlesung der heutigen Anklage durch Oberstaatsanwalt Mehlis widmete sich Anwalt Elfferding in einem Statement verschiedenen Punkten der anstehenden Tagesordnung.
Zum einen kritisierte er den langen Zeitraum von der Verhaftung bis zur jetzigen Anklageerhebung.
Bei einem so weit zurueck liegenden Tatvorwurf stehe die verbliebene Qualitaet von Zeugen- erinnerungen in Frage.
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Es sei in den acht Jahren auch nichts wirklich neues an Material zum Stand des Wissens ueber die Attentate hinzu gekommen.
Auch Frankreich selbst unternehme keine Schritte diese in einem Prozess zu verhandeln, obwohl dort Carlos Ilich Ramirez Sanchez einsitze der damals Weinrich's Komplize gewesen sein soll. 
Zum anderen ging der Verteidiger ausfuehrlich auf das Zusammenspiel von Staatsanwaltschaft, Vertretern der Nebenklage und den Medien ein.
Er stellte im Wege einer kurzen Presseschau massive Vorverurteilungen des Angeklagten in den Medien fest, die erkennbar auch auf vorzeitigem Bekanntwerden gerichtsinterner Akten beruhen.
Politische wie zeitgeschichtliche Ursachen des "bewaffneten Kampfes" blende deren Darstellung prinzipiell aus.
Fuehre zudem die fuer jeden Angeklagten geltende Unschuldsvermutung durch Formulierungen wie "Vollstrecker", "Diener des Schakals" oder "Der Osama bin Laden von Berlin" ad absurdum.
Weiterer Konfliktstoff wird in diesem vorerst bis zum Januar 2004 terminierten Prozess im Verwenden einer Vielzahl kopierter Unterlagen  ostdeutscher und ungarischer Staatssicherheits- dienste liegen.
Allamvedelmi Hatosag und die Abteilung HVA XXII-8 beim Ministerium fuer Staatssicherheit [MfS], kosend auch kurz "Stasi" oder "Guck & Horch" genannt, speisten aus teilweise nicht rekonstruierbaren Quellen
ganze Labyrinthe von Akten zur "Gruppe Separat". Vieles davon stammte aus der Feder von nach "Brisanz der Erkenntnis" bezahlten Info.Beschaffern.  
Verteidiger Elfferding stellte die Frage, warum solche Unterlagen bei den Ermittlungen zur Spendenaffaire gegen Ex -Kanzler Helmut Kohl unter Rubriken gehandelt wurden wie : "Das sind schon vom Prinzip her keine geeigneten Beweis- mittel, weil die Stasi durchweg rechtswidrige Methoden zur Anwendung brachte".
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Im Verfahren gegen Johannes Weinrich sollen die "Stasi ~ Akten" inklusive Abhoer-Aufzeichnungen  &  Durch Einbruch in fremden Wohnraum, Verletzung diplomatischer Immunitaet etc.  gewonnene Informationen jedoch sogar als zentrales Belastungsmaterial dienen. 
Waehrend der Pause entwickelten sich Diskus- sionen unter fachlich versierteren Besuchern vornehmlich zu einer Frage, die im Saal 500 gar nicht recht zur Sprache kam.
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In der urspruenglich von Detlev Mehlis vorgelegten Anklageschrift war naemlich von sieben Anschlaegen die Rede.
Das Landgericht Berlin liess bei der obligatori- schen Vorpruefung jedoch lediglich sechs zur Verhandlung zu.
Diese siebte Bombe wird in der Literatur allge- mein auch zur "Serie" gerechnet. Sie explodierte gleichfalls in einem Hochgeschwindigkeitszug vom Typ TGV namens "Le Capitole". Und zwar bei Limoges auf der Strecke Paris Richtung Toulouse.
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Praesident Francois Mitterant hatte die den Zug- Verkehr revolutionierenden TGV- Strecken erst kurz zuvor an einem 22. September eingeweiht.
Glaubt man den Auguren der Anschlagtafeln, dann zielte "Limoges" praezise auf den damals noch als Aussenminister Frankreich's amtierenden spaeteren Praesidenten Jacques Chirac.
So wie mit dem Bahnhofsbang zu Marseille an den amtierenden Innenminister appelliert worden sein soll, in dessen Wahlkreis der Gare St. Charles lag. 
Allerdings explodierte der kraftvolle Sprengsatz  nicht in jenem Zug, den Chirac an diesem Tag eigentlich benutzen wollte, sondern in einem vom Gegenverkehr.
Wie es heisst sollte die Bombe exakt zu dem Zeitpunkt hochgehen, an dem die beiden Eisenbahnen aneinander vorbei zischten.
Vieles spricht dafuer, dass Chirac gewarnt wurde. Jedenfalls hat er die Reise kurzfristig verschoben wobei die Waggons "seines" TGV vor ihrer Abfahrt trotzdem sehr gruendlich durchsucht wurden. Ob dies die gewisse Abweichung vom Fahrplan verursacht hat, konnten wir nicht hinreichend sicher klaeren, aber auf jeden Fall befanden sich die beiden Zuege am Ende bei der Detonation der Bombe ein paar Minuten voneinander entfernt. Die Toten kamen so nur in den Genuss eines Staatsbegraebnis 2. Klasse. 
Dass "Bombe No. 7" nicht angeklagt wurde kann nur daran liegen, dass die von Detlev Mehlis zu Limoges vorgelegten Beweise einen echten Tatverdacht von vornherein nicht zulassen. Allerdings tauchte der Anschlag im Jahre 2008 zum grossen Erstaunen des Publikums auf einem schliesslich doch auch in Frankreich vorgelegten Anklagezettel zur "Bombenserie von Carlos" wieder als "Aktion der OIR" auf. 
Zum nexten Verhandlungstag ist als Zeugin der Anklage Magdalena Kopp geladen, lange Jahre Geliebte Weinrichs &  Trotz Aufenthalts im Untergrund des Orients amtlich angetraute Ehefrau von Iljitsch Ramirez Sanchez ("Carlos").
Sie gilt als Exponentin der "Ersten Generation" von Terror-Szenen in Ulm und um Ulm herum.
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Weil die Urheberschaft der OIR an den Explo- sionen neben einem Bombenangriff der Luftwaffe Frankreich's auf die Umgebung von Baalbek, der Bekaa ~ Hochebene des Libanon immer wieder auch mit einer kurz zuvor erfolgten Inhaftierung von Magdalena Kopp &  Dem Schweizer OIR- Member Bruno Breguet zu Paris in Verbindung gebracht wird wartet die Welt heute mit Spannung darauf, was die Frau wegen deren Freiheit so viele Menschen gestorben sein sollen selbst zu der Angelegenheit sagt.

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Tag 2:  Schweigen im Saale  17.03.03

Der mit Spannung erwartete Auftritt der Kronzeugin Magdalena Kopp alias "Lily" dauerte nur wenige Minuten.

Magdalena Kopp in Moabit

Nach Angabe ihrer Personalien und einer Rechts- 
belehrung durch den Vorsitzenden Richter Ralph Ehestaedt machte die Gattin von Illich Ramirez Sanchez ("Carlos") von Ihrem Recht zur Verweigerung der Aussage Gebrauch.

Magdalena Kopp galt in den siebziger Jahren als haeufige Begleiterin von Johannes Weinrich. Dem weltweit gesuchten "Top_ Terroristen" Ramirez Sanchez gab sie bald nach der Geburt ihrer Tochter unter Vorlage aller erforderlichen Papiere am 25. August 1993 in einer formlosen standesamtlichen Zeremonie das Ja -Wort.

Alle drei waren Mitglieder in der "Organisation Internationaler Revolutionaerinnen". Nach dem mysterioesen Verschwinden der Gruppe Anfang der neunziger Jahre begab sich Kopp zu Sanchez' Mutter Elba nach Venezuela. Dort kontaktierte sie ein Mitarbeiter vom deutschen Verfassungsschutz, genannt "Benz" der sogenannte "Programme fuer Aussteiger" entwickelt.
Nach dessen Besuchen nahm jedesmal binnen weniger Minuten auch der Schweizer Bankier Francois Genoud mit Magdalena telephonisch Kontakt auf.
"Benz" faedelte eine erste Vernehmung Kopp's durch BKA- Beamte ein. In den Jahren 1995 und 1996 machte "Lily" daraufhin umfangreiche Aussagen vor der Berliner Staatsanwaltschaft und einem Vernehmungsrichter in Neu _Ulm (dem  neuen alten Wohnsitz von Magdalena Kopp).
Darin belastete sie Weinrich erheblich mit der Wiedergabe von allerlei Details, die er ihr im Laufe der Jahrzehnte ins Ohr gefluestert haben soll.
1996 stellte Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis gegen Frau Kopp selbst gerichtete Ermittlungen ein.
Im wesentlichen ging es dabei um Lieferung und Abschuss einer
RPG_7 Panzerfaust auf das zwischen Lyon und Genf liegende damalige Atomkraftwerk Creys -Malville im Jahre 1981.
Verteidiger Rainer Elfferding beantragt nach der regungslos registrierten Aussageverweigerung nun auch die Nichtzulassung aller voran gegangenen schriftlichen Aussagen von "Lily", denen im Prozess keinerlei Substanz mehr zu kommen wird, wenn er damit Erfolg hat.
Zur Begruendung fuehrte er an, diese Aussagen seien seinerzeit unter bewusstem Ausschluss der Verteidigung & Damit rechtswidrig zustande gekommen.
Zumindest bei richterlichen Vernehmungen dieser Art ist die Einladung rechtlicher Vertreter des Beschuldigten der Normalfall. Ein Eigentor der Anklage die sich so durch Uebereifer &  Drama- tisierung selbst ins Abseits gespielt hat. 
Weiterhin bemaengelte der Anwalt, dass bestimmte Teile der Aussagen Kopp's sowie weitere in der Anklage zitierte Aktenordner von der Verteidigung bisher nicht eingesehen werden konnten. Ein Antrag vom "Meister der verschollenen Aktenberge" aus dem Verfahren zum Todesfall Ulrich Schmuecker dem  alle Prozessbeobachter geradezu entgegen fieberten.
Der Entscheidung der Richter ueber diesen Antrag kommt Weichen stellende Bedeutung fuer den Mammut -Prozess zu.
Denn neben Unterlagen aus der Hinterlassen- schaft der Staatssicherheitsdienste in Berlin
_Ost und Budapest bildet die "Beichte" der Magdalena Kopp in der Anklageschrift unter der Rubrik "Beweismittel" einen massgeblichen Schwerpunkt.
Frau Kopp selbst freilich verfolgt offenbar eine eher publizistisch orientierte "Strategie der Spannung" mit welcher sie auch nach einem bereits gesendeten Dokumentarfilm fuer das Fernsehen &  Dem Erscheinen ihres gemeinsam mit Oliver Schroem verfassten Buches "Im Schatten des Schakals" mindestens ein weiteres Buchprojekt promoten will.
Hierzu erscheint die publicity.traechtige Zurueck- haltung bei grossem Medienandrang im Saal 500 vom Landgericht als durchaus geeignete PR- Strategie zur Schaffung einer Erwartungshaltung auf spaetere Enthuellungen, mit der zu gegebener Zeit der avisierte Mainstream von Erwartungen des Publikums umso erfolgreicher bedient werden kann. 
Ihr fuenf Jahre nach dem Prozess gegen Weinrich erschienenes Buch "Die Terrorjahre" liest sich dann wieder wie eine privater gehaltene Aus- schmueckung des 1995 entstandenen Dossiers von Polizei und Staatsanwaltschft.

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Tag 03: Mehlis shockt 24.03.2003
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Lily darf's Maul halten
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Kronzeugin Kopp kippt aus dem Verfahren -

Ihre Aussageverweigerung  wird zur  "Juristischen Tatsache" geadelt 

Das hatte sich Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis nach ihren anfangs geradezu ausschweifenden Bekundungen sicher anders vorgestellt :

Magdalena Kopp spielt im Verfahren vor dem Berliner Landgericht vorerst keine Rolle mehr. 

Als fruehere Gefaehrtin des Angeklagten Weinrich und Erste Ehefrau von Ilich Ramirez Sanchez ("Carlos") beansprucht sie gegenueber den Fragen von Richter Ralph Ehestaedt und der 35. Kammer vom Schwurgericht absolutes Schweige ~ Recht. 

In Aussagen vor Prozessbeginn belastete die Zeugin der Anklage den Angeklagten bereits vor acht Jahren schwer. In die Dimension eines Spektakels wuchs die "Orgie hemmungsloser Enthuellung" nicht zuletzt durch Interviews mit dem ZEIT - Journalisten Oliver Schroem und einen WDR- Film, der auf dessen Buch "Im Schatten des Schakals" beruht.

Magdalena Kopp bezeichnete Weinrich darin als "In alles Eingeweihtes &  An allen Entscheidungen beteiligtes" OIR-Mitglied. Aufgrund seiner Teilnahme an deren Koordinierungsgruppe zepta kreidete sie ihm die Mitwirkung an der Vorbereitung zu sechs Bomben -Attentaten an:

In Frankreich, Deutschland &  Griechenland.

Jeweils zwischen 1975 und 1983. Diese Kopp' schen Aussagen und ein Berg von Arschwisch ~  Hilfen aus Staatssicherheits - Archiven der DDR und Ungarns bilden die wesentliche Angriffswaffe mit der "Mehl Is Loom" ein Urteil gegen OIR-

Vizepraesident Weinrich herbeizaubern will. 

Frau Kopp gab als "Aussteigerin" der Carlos- Gruppe 1995 vor der Berliner Staatsanwaltschaft umfangreiche Aussagen zu Protokoll, die sie 1996 bei einer richterlichen Vernehmung an ihrem Wohnsitz Neu -Ulm fast wortgleich wiederholte.
Weil sie sich vor einer Woche als geladene Zeugin vor Gericht auf ihr Recht zur Verweigerung der Aussage berief, weil sie enge Bezugsperson von Beschuldigten und Angeklagten war, durften nun auch die bereits vorliegenden Protokolle ihrer Vernehmung von 1995 in diesem Prozess nicht mehr als Beweismittel zugelassen werden.

Blieb noch die richterliche Vernehmung 1996.

In einem Beschluss auf Antrag der Verteidigung verkuendet nun die 35. Grosse Strafkammer :

Auch diese Vernehmung durch den Richter unterliegt einem Verwertungsverbot !

Zwar erfolgte sie vor einem Richter - 
Was Gleichwertigkeit mit dem jetzigen Kammer- vorsitzenden bedeutet.

Jedoch hat man seinerzeit die Verteidigung nicht rechtzeitig von dem Termin benachrichtigt.

Das eigenartige Geheim - Verhoer behinderte in dieser Konstellation die Vertretung der Interessen Weinrichs durch seinen Anwalt grob. 

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Denn dieser haette der Zeugin damals noch zur Zeit frischerer Erinnerung an die Ereignisse Fragen stellen koennen, die somit schon vor acht Jahren Teil der Protokolle geworden waeren. 

Damalige Begruendung von Deutschlands juristischer Wunderwaffe No. One
Staatsanwalt Detlev Mehlis 
Dem Untersuchungserfolg drohe Gefahr,
wenn Verteidiger von diesem Termein benachtigt wuerden oder gar daran teil nehmen.
Die 35. Grosse Strafkammer am Landgericht Berlin stuft diese Begruendung heute als "nicht nachvollziehbar" ein.
Schliesslich verweigert man mit einer quasi "Sperrung" der allen Beteiligten am Verfahren bestens bekannten Zeugin dem Anwalt eine gesetzlich garantierte Gelegenheit die Glaub- wuerdigkeit der Zeugin zu testen und die Ermittler schon fruehzeitig mit entlastendem Material zu konfrontieren.  
Solche Methoden unterliegen jedoch einer weitgehenden Reglementierung durch den Gesetzgeber.
Selbst Under _Cover -Agentinnen, die zum Schutz vor ihrem "Zielpublikum der Zukunft" im Gerichtssaal nur hinter Sichtschutz -Vorrichtungen Platz nehmen, kommen um die fruehzeitige Befragung durch Verteidigerinnen nicht herum.  
Weil es sich um eine Art Vor-Prozess handelt bei dem die erhobenen Vorwuerfe ja auch fruehzeitig als falsch erkannt und der Justiz ein kostspieliges Unterfangen erspart bleiben koennte. 

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Kommentar von sn_red.rob hierzu unter der Headline:

"Der Zeitungsartikel als Beweisenersatz im Strafprozess".

Link wurde noch nicht wieder reaktiviert.

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Allerdings kursierten die Vernehmungsprotokolle 1995 im Handumdrehen unter Presseleuten.
Einzelne Zitate aus den Akten stiegen zum Status von "gefluegelten Worten" auf, erlangten Sprichwort : Charakter.
Insbesondere Unterlagen bei denen die Stasi Weinrich als Urheber vermutet entwickelten solche Magnetwirkung. (So z.B. ein "Brief an Carlos", den die ungarische Geheimpolizei Allavedelmi Hatosag aus ihrem Fundus beisteuert). 
Kein Wunder, handelte es sich doch seit dem 1978 erschienenen Buch von Hans Joachim Klein zum Hintergrund der "OPEC-Aktion" in Wien um den ersten vermeintlichen Blick hinter die sorgsam gepflegten Kulissen des "Vereins".

Eine ganze Reihe von Indizien deutet allerdings darauf hin, dass es sich dabei um Faelschungen eines Dritten aus Budapest handelt, der den Ost -Spionen sein selbst komponiertes Elaborat als teuerste Fotokopie des Jahres untergeschoben hat. 

Der anonyme Verfasser kann in literarischer Hinsicht stolz auf sich sein !
Sollte der Jagdeifer von Mehlis der Frau Kopp in den kommenden Wochen nicht doch noch mit juristischen Drohungen eine muendliche Aussage ab ringen, ist sie "Raus aus dem Verfahren". 
In einem zweiten Beschluss nahm die 35. Straf- kammer zu einem anderen umfangreichen Antrag der Advokaten Stellung.
Rechtsanwalt Rainer Elfferding erhob Widerspruch gegen die Benutzung der geheimdienstlichen Papiersammlung insgesamt.
Denn deren Zustandekommen  entspreche weder ungarischem noch DDR-Recht und laufe der deutschen Strafprozessordnung zuwider.
Ferner sah er (sogar in weit bedeutenderem Umfang als im Fall von Ex-Bundeskanzler  Helmut Kohl) Grundrechte seines Mandanten verletzt, weil beim Vorsortieren der Akten wie bei laufenden Updates durch die damalige Stasi allerlei von der StrafprozessOrdnung (StPO) nicht vorgesehene oder sogar ausdruecklich untersagte Methoden zur Anwendung kamen.
Ein Skandal nicht zuletzt weil Helmut Kohl bekanntlich vor Gericht eine totale Sperrung seiner Ost
-Akte durchsetzen konnte.
Bereits im letzten Jahrtausend durchlief Johannes Weinrich an der Turmstrasse 91 eine Verurteilungs -Prozedur. Kassierte "LL_ plus".
Urteilsgrund:
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Als
zeptaner stehe er mit hinter dem Bomben- anschlag auf das Maison de France <MdF> 1983.
In jenem Verfahren spielten dieselben Geheim- dienstlichen Akten gleichfalls eine zentrale Rolle.
"LL_plus" bedeutet "Besondere Schwere der Schuld"

und schliesst die automatische Entlassung nach 15 Jahren Tegelblick aus. 

Trotz des Befundes, dass Steve eindeutig nicht der Bombenleger selbst gewesen sein kann:
Dank ihrer perfekten Grenz-Uebergangs- Registratur und gezielten Observationen schloss die Stasi schon vor 20 Jahren bei ihren Nach- forschungen aus, dass Johannes Weinrich am 25.08.1983 nach Westberlin ausgereist war.

Beschluss der Kammer unter Hinweis auf die gleiche Praxis bei der Beweisaufnahme zum MdF

Die Richter erwarten vom Augenabtasten des Papierberges aus der Hinterlassenschaft des MfS ein der Wahrheitsfindung dienendes Bildungserlebnis.
Welcher Stellenwert dem Woertlein "vorlaeufig" im Text ihrer Entscheidung zukommt muss sich noch erweisen. Die Justiz benutzt es in der ihr eigenen Wortlogik regelmaessig eher in einem Sinne, der sich dem Rest der Menschheit beim Verwenden des Wortes "ewig" erschliesst.
Jedes Dokument soll einer "strengen Pruefung" auf seine Verwertbarkeit unterzogen werden.
Immerhin stellt die Berliner Justiz damit einiges an Selbstvertrauen unter Beweis: 
Insider der geheimdienstlichen "Aktenszene" gehen davon aus, dass deren Inhalt zu mehr als 50% von Wichtigtuern manipuliert wurde.
Von Leuten die vor allem den "Nachrichtenwert" ihrer "heissen Tips" steigern, ihre ersehnte Befoerderung durch Tricks beschleunigen wollten.
Zum kommenden Verhandlungstag ist ein Herr Wilhelm Borostowski als Zeuge geladen.
"OIR-Kundigen" ist sein Name vertraut.
Der Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit sass 1998
als Mitangeklagter neben Johannes Weinrich im Verfahren um die Explosion am Kurfuersten- damm 211 an der Ecke zur Uhlandstrasse : Dem "Maison de France" mit Konsulat &  Berliner Zentrale der DGSE, dem Nachrichtendienst Frankreich's der im 4. Stock residiert.
Und fiel damals durch
Er plauderte nur ueber die uninteressanten Dinge, wollte alles Weinrich in die Schuhe schieben 
und sorgte insgesamt lediglich dafuer, dass die Nebelschwaden um den vorgeblichen "Frankreich- Feldzug" der OIR nur noch schneller rotierten. 
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Tag 04: Zeuge mit Erfahrung 26.03.2003
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Wilhelm Borostowski <STP:DOS~B>  kennt die Pro- zeduren bereits. Er steht nicht zum ersten Mal im Rampenlicht eines Berliner Prozesses um zepta, Johannes Weinrich &  Die OIR <L>.

In den neunziger Jahren landete er bei Ermitt- lungen zum Anschlag auf das "Maison de France" nach vorsichtigem Sich -Einlassen auf die Fragen der West  ~ Ermittler post _wendend mit auf der Anklage_Bank. 

Borostowski hatte in seiner Eigenschaft als Hauptmann der Stasi einen bereits 1982 bei der Einreise von Johannes Weinrich am Flughafen Schoenefeld beschlagnahmten Koffer mit 24,38 kg Nitropenta auf Weisung seines Vorgesetzten, Major Helmut Voigt nach einem Jahr Zwischen- lagerung im Buero an der Ferdinand Schultze Strasse wieder an Weinrich heraus gegeben, damit dieser den Sprengstoff in der zentralen Waffen- kammer von OIR &  RZ in der syrischen Botschaft einlagern konnte. 

Anschliessend sollte er verkauft werden.
Da "Steve" alias "Ali bin Ali bin Thabet" mit einem ebenso echten wie  gueltigen Diplomaten- pass von Al  ~ Yaman unterwegs war &  Der Dritte Sekretaer an Syriens Botschaft in der damaligen Otto Grotewohl Strasse 3, heute Wilhelmstrasse namens Nabil Chritah die Waffenkammer bereits seit langem verwaltete sah man sich bei Stasi's um eine Gefahr erleichtert. In einer Nacht & Nebelfahrt mit Taxis kutschierten Weinrich und Chretah den von Borostowski entgegen genommenen Sprengstoff durch Ostberlin in Richtung Otto Grotewohl Strasse
Dieser Nabil Shritah, direkter Untergebener von Aussenminister Khaddam zu Damaskus wurde in Sachen "MdF" zwoelf Jahre spaeter vom 1. KHK des BKA Gerhard Lehmann mit diskreter Hilfe diverser Geheimdienste ueber Budapest nach Berlin gelotst, wo er in einem pro forma Prozess zu einer geringen Strafe verurteilt &  Wie auch Wilhelm Borostowski anschliessend als Zeuge gegen Weinrich eingesetzt wurde. 
Bei dieser Gelegenheit verurteilte Richter Boss Weinrich zu lebenslanger Haft.
Borostowski's Sache stellte die Justiz dagegen im Lauf der sich ueber vier Jahre dahin ziehenden Mammut _Veranstaltung wegen dauerhafter Verhandlungs_ Unfaehigkeit ein.

Nachdem der Kammervorsitzende Ralph Ehestaedt dem Zeugen den Routine_Vortrag zum Recht auf Aussage_Verweigerung vorgelesen hatte, antwortete Borostowski diesmal kurz &  knapp :

"Genau das beabsichtige ich heute zu tun."
Unter Berufung darauf, dass er sich womoeglich erneut selbst belasten koenne. Die Rechtsordnung der Bundesrepublik enthalte nunmal mehr Fussangeln als das was er aus der Deutschen Demokratischen Republik [DDR] gewohnt sei.
Der Zeuge begruendete seine Ablehnung mit den Worten: "Ich kann hier nicht von meinem eigenen, inneren Bewusstsein ausgehen, dass ich in diesen Sachen frei von Schuld bin.
Schon bei meinen Aussagen vor und im Maison de France-Prozess war dies so. Trotzdem sass ich dann mit einem Schlage auf der Anklage
_Bank ! Weiteren Aerger von dem Kaliber kann ich bei meiner gesellschaftlichen Rehabilitation nicht gebrauchen.
Aus mir bekommen Sie nichts mehr heraus!"
Oberstaatsanwalt Mehlis, der zur Entlassung des Geladenen aus der Zeugenrolle keine Stellungnahme abgab, begann dem einstigen Stasi-Hauptmann trotzdem einige Fragen zu stellen. 
Zog sich damit allerdings sowohl vom Vor- sitzenden der 35. Strafkammer Ehestaedt als auch der Phalanx zur Verteidigung Weinrich's vehemente Proteste zu. 
Allein Nebenklage_Vertreter Andreas Schulz stellte darauf hin den Antrag, man solle des Staatsanwalts ungebuehrliche Fragen zulassen.
Nach kurzer Beratung bestaetigte die Kammer erneut die Entlassung des Wilhelm Borostowski aus dem Zeugenstand &  Verbot damit jeden weiteren Versuch ihn zu befragen.
Damit zog ein weiterer als Eckstein der Anklage lancierter Zeuge aus diesem Verfahren aus.

In den letzten Minuten der Veranstaltung prangerte Verteidiger Rainer Elfferding Ungereimtheiten bei den Ermittlungs -Akten der Staatsanwaltschaft an.

Mehrere schriftliche Bekundungen eines Zeugen, die dieser zu unterschiedlichen Zeitpunkten machte habe ein Unbekannter zu einer von ihm selbst formulierten "Synthese" zusammengefasst, wodurch bestimmte Teile dieser Aussagen fehlten &  Unterschriften an Stellen auftauchen, die in den Original -Akten so nicht vorhanden gewesen sein koennen.

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Der aktuelle Gerichts- Report zum jeweils letzten Verhandlungs -Tag: Click  ~

Next Termin siehe @ Click. Meist Montag & ~ Mittwoch, 9.30 Uhr, Turmstr. 91, Saal 500.

Nach ausgiebiger Analyse des Besucher_Verhaltens sinkt die Sicherheitsstufe:

Man kann jetzt den normalen Eingang benutzen, Aufgang J gleich

links neben dem Empfangskomitee. Der Verzicht auf den Separat_ Status mit

Total_ Filze macht die Sache allerdings zugleich weniger exklusiv. Nun steht

die Besucherin mitunter neben 100 anderen vor der Normalkontrolle Schlange.

Vorteil: Kugelschreiber etc. sind nun erlaubt. Man kann zu spaet kommen.

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Best LinX zum Berliner Prozess gegen Johannes Weinrich:

Thematische Drehscheiben &  Kommentierte Plattformen.

Statt dumpfer Suchmaschinen-Listen... 

[Noch nicht wieder auf Sendung]

================1st site_pub: 19.04.2003  ==================

URL of this Site :

SuViS.org/Test/Johannes-Weinrich-Prozess/

SuV_T-JWP.VT_01-04_Weinrich-Prozess_2003.html  ~ 

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Sozialnetz    &  Blumenwiese  &  esoz.eu &

::: ::: 999 Trittbretter & Der Name des Zuges ist das Geheimnis ~ 

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